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Achtsamkeit in der Familie

Warum Achtsamkeitspraxis im Familienalltag nützt

Achtsamkeit kann man wunderbar gemeinsam in der Familie praktizieren. Sie ist ein Werkzeug, mit dem Eltern und Kinder gemeinsam wachsen, lernen und sich miteinander freuen können. Die achtsame Haltung fließt ein in alle Bereiche des Lebens, die angenehmen und die unangenehmen. Besonders spürbar wird die Achtsamkeitspraxis, wenn sie die Kommunikation, das gemeinsame Essen, das Lösen von Konflikten oder das Erleben von starken Emotionen (Freude, Wut, Angst) beeinflusst und verändert.

Achtsamkeit für Eltern

Für Eltern kann die Achtsamkeitspraxis eine wertvolle Ressource sein, um stark, gesund, ausgeglichen und liebevoll im Umgang untereinander und mit den Kindern zu sein. Als Eltern hat man viele Aufgaben und Bedürfnisse zu erfüllen – das kann sehr stressig sein und zu Gefühlen wie Frustration oder Hilflosigkeit führen. Eine Achtsamkeitspraxis hilft, das Geleistete wieder mehr zu wertschätzen und sich selbst ebenfalls fürsorglich zu begegnen. Achtsam wird man daran erinnert, das Kind als eigenes Wesen zu erkennen und zu respektieren und die eigene Rolle als Begleiter und weniger als Erzieher zu definieren. Das Verhalten des Kindes muss auf diese Weise nicht automatisch als Reaktion auf das der Eltern interpretiert werden: Man lernt durch Achtsamkeit, die Dinge weniger persönlich zu nehmen, das entlastet sehr und gibt allen Beteiligten den nötigen Freiraum, den sie zum Wachsen brauchen.

Achtsamkeit für Kinder

Für die Kinder ist z.B. das hingebungsvolle Spielen bereits eine Form der Achtsamkeitspraxis, die man als Eltern einfach unterstützen kann. Sie sind hierbei ganz im Moment versunken. Kinder entwickeln ohnehin erst spät eine Vorstellung von Zeit. Ihr Leben findet im Hier und Jetzt statt und alles was zu diesem Zeitpunkt geschieht, hat eine enorme Bedeutung und Intensität – ob es nun eine starke Emotion wie Wut ist, von der sie voll und ganz eingenommen werden, oder das Spiel mit den Puppen, bei dem sie nicht unterbrochen werden mögen.

Die Achtsamkeitspraxis mit Kindern hilft ihnen, sich bei starken Emotionen zu beruhigen und trainiert sie, nicht jedem Gedanken-Impuls folgen zu müssen. Schon kleine Kinder erleben viel Stress, z.B. in vollen, lauten Kita-Gruppen, wenn die Eltern Stress haben oder wenn sie starken Emotionen wie Frustration oder Verlustangst ausgesetzt sind.

Eltern können ihre Kinder am besten unterstützen, indem sie selbst Ruhe, Gelassenheit, Sicherheit und Offenheit ausstrahlen. Des Weiteren helfen Kindern Übungen wie achtsames Atmen in stressigen Situationen oder vor dem Einschlafen, Meditieren, Yoga und achtsames Essen. Hier finden sie Ruhe, lernen sich zu konzentrieren und üben ihre sozialen Fähigkeiten, z.B. im Umgang mit den Geschwistern, zu entwickeln.

Vorbild sein

Wenn Sie gern Achtsamkeitsübungen mit Ihren Kindern machen möchten, doch selbst noch keine Erfahrungen damit haben, sollten Sie zunächst eine eigene Praxis entwickeln. Kümmern Sie sich ruhig erstmal um sich selbst. Wenn Sie dann Erfahrung haben, fühlen Sie sich auch viel wohler und sicherer, und die Kinder merken es, ob Sie ihnen etwas schenken, was Sie selbst kennen und schätzen oder ob Sie ihnen etwas überhelfen wollen, weil Sie gehört haben, dass es gut sein soll. Kinder lernen von ihren Eltern, von ihrem Sein, ihrer Präsenz. Sie können Vertrauen in sich und Ihre Erfahrungen haben!

Wenn Sie achtsam sind, sind Sie in Kontakt mit sich und ihren Gefühlen. Wenn Ihr Geist klar und Ihr Herz offen und ehrlich sind. Wenn Sie Ihre eigenen Muster durchschauen und sich bemühen sie zu verändern. Wenn Sie sich selbst so annehmen wie Sie sind, auch wenn Sie wissen, dass Sie manche Dinge an sich ändern möchten.

Bei ernsthaftem Interesse, Kindern Achtsamkeit zu vermitteln, empfehle wir eine regelmäßige Meditationspraxis. Wenn Sie regelmäßig in Stille sitzen, auf ihren Atem achten und die Gedanken beobachten, Ihren Körper langsam zur Ruhe kommen lassen und Klarheit im Kopf bekommen - das ist Meditation.

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